Im Rahmen des Projekts „Die Suche nach dem guten Leben für Alle“ wurden Szenarien entwickelt, die als Werkzeug helfen sollen, die Zukunft sichtbar, diskutierbar und gestaltbar zu machen. Die Szenarien sind jetzt verfügbar.
Warum Szenarien? – Zukunft denken, um heute handeln zu können
Die im Projekt „Die Suche nach dem guten Leben für Alle“ entwickelten Szenarien sind keine Vorhersagen und keine fertigen Lösungen. Sie sind ein Werkzeug, um Zukunft sichtbar, diskutierbar und gestaltbar zu machen.
In einer Zeit tiefgreifender ökologischer, sozialer und politischer Unsicherheiten helfen Szenarien dabei, Komplexität auszuhalten, unterschiedliche Entwicklungsrichtungen zu verstehen und eigene Handlungsspielräume zu erkennen. Sie zeigen, wie sich heutige Entscheidungen, Machtverhältnisse und Werte langfristig auswirken können, auf Individuen ebenso wie auf Gesellschaften.
Szenarien als Denk- und Erfahrungsräume
Die drei Szenarien entstanden in einem partizipativen Szenarienprozess mit rund 40 Menschen unterschiedlicher Hintergründe. Ausgangspunkt war die gemeinsame Frage: Was bedeutet ein gutes Leben – für mich, für andere und für die Gesellschaft als Ganzes?
Auf Basis zentraler Unsicherheiten, die in dem Prozess ausgearbeitet wurden, dem Gleichgewicht zwischen Gesellschaft und Natur und der Sicherung grundlegender Bedürfnisse, wurden drei mögliche Zukunftspfade entwickelt. Diese Zukunftspfade bilden unterschiedliche Handlungslogiken und Entwicklungsmuster ab, ohne eine davon als wünschenswert oder unvermeidlich festzulegen.
Die Szenarien wurden anschließend als erzählerische Zukunftsgeschichten ausgearbeitet. Geschichten ermöglichen einen emotionalen Zugang: Sie machen abstrakte Zusammenhänge erfahrbar und eröffnen neue Perspektiven, auch für Menschen außerhalb klassischer Fachdebatten.
Orientierung statt Prognose
Der Sinn der Szenarien liegt nicht darin, die Zukunft vorherzusagen, sondern darin,
- unterschiedliche mögliche Zukünfte nebeneinander sichtbar zu machen,
- implizite Annahmen und Zielkonflikte offenzulegen,
- Diskussionen über Werte, Gerechtigkeit und Verantwortung anzuregen,
- und Selbstwirksamkeit zu stärken: die Erfahrung, dass Zukunft gestaltbar ist.
Mithilfe des Ansatzes des Backcasting laden die Szenarien dazu ein, von möglichen Zukunftsbildern aus zurück in die Gegenwart zu denken: Welche Bedingungen müssten erfüllt sein, damit eine bestimmte Zukunft eintritt oder vermieden wird? Welche Entscheidungen können wir heute treffen?
Einladung zum Weiterdenken
Die Szenarien verstehen sich als Impulse. Sie sollen dazu ermutigen, eigene Bilder von Zukunft zu entwickeln, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Frage nach dem guten Leben für alle immer wieder neu zu stellen – im persönlichen Umfeld, in Organisationen, Kommunen und der Gesellschaft insgesamt.
Die Szenarien finden sich unten zum Download.