Das von Bingo! und der Prof.-Nowak Stiftung geförderte Projekt Ocean Youngsters durfte vom 07. bis 09. Mai die letzte von drei Schüler*innen-Gruppen in der Ebbüllwaft in Nordfriesland begrüßen. 20 Meeresfreund*innen aus der 5. bis 11. Klasse verbrachten drei Tage tief in der Welt der Meere und entwickelten eigene Schulprojekte für den Meeresschutz.
Gemeinsam tauchten wir sprichwörtlich ab unter die Wellen, in die Welt der Seegraswiesen, wir untersuchten die Verbreitung von Plastikmüll und stapften durch das Watt im Nationalpark Wattenmeer. Unsere 20 Meermacher*innen erhielten zum Abschluss ein Zertifikat und die ehrenvolle und wichtige Aufgabe, ihr Wissen und ihre Begeisterung für das Meer an ihre Schulen zu tragen und Welle zu machen für das Meer. Die Partnerschulen dieses Camps waren die Selma-Lagerlöf Gemeinschaftsschule Ahrensburg, das Johann-Rist-Gymnasium Wedel, die Goethe-Schule Flensburg und die Jungmannschule Eckernförde.
Kennenlernen und Teambuilding
Nachdem alle Kinder ihren Weg zu der Ebbüllwarft gefunden hatten, begannen wir den ersten Tag damit, uns als Gruppe kennenzulernen. Dabei stellten wir unser Namensgedächtnis in kleinen Spielen auf die Probe und lernten spannende, unerwartete und lustige Fakten über die anderen Gruppenmitglieder im Kennenlern-Bingo. Zum Abschluss arbeiteten wir uns spielerisch die marine Nahrungskette hinauf und konnten so ein erstes Mal selbst in die Welt der Algen, Fische und Haie abtauchen.
Große Daten zu großen Problemen: Plastikmüll
Den Nachmittag des ersten Tages wurde von der Kieler Forschungswerkstatt gestaltet, indem das europäische Citizen-Science-Projekt der Plastik Piraten vorgestellt wurde. Wir haben gelernt, wie und wieso wir standardisierte Methoden anwenden, um Plastik zu kartieren und bekamen die Chance, echte Daten aus ganz Europa anzuschauen. Abgerundet wurde der Tag durch den Greenscreen-Film “Unsere Meere – Naturwunder Ostsee”, der eindrucksvoll vermittelt, wie schützenswert und schutzbedürftig unsere Ostsee ist.
An Tag drei stand die eigene Projektentwicklung im Fokus: Selbst gestalten, selbst aktiv werden, selbst entwickeln. Wir starteten mit einer Übung zur Stärkenoptimierung: Welche Werte habe ich? Was gibt mir Kraft und was sind meine Wünsche und Visionen für die Zukunft? Darauf aufbauend entstanden in kürzester Zeit zahlreiche Projektideen durch ein Matching aus Meeresproblemen und Fähigkeiten. Denn: Ein gutes Projekt ist immer die Schnittmenge aus einer Problemlösung und den eigenen Talenten. Die Schulgruppen entwarfen daraufhin kleine Poster mit konkreten Projektbeschreibungen und -zielen sowie bereits ersten Projektstrukturplänen und Aufgabenpaketen.
Erstaunlich, wie kreativ und einfallsreich die jungen Meermacher*innen sind!
Was folgt als nächstes?
Im Projekt Ocean Youngsters haben wir in den vergangenen sechs Monaten 50 Meermacher*innen ausgebildet und voller neuer Inspiration und Begeisterung an ihre Schulen geschickt. Die Projektgruppen sind nun in ihren Schulen aktiv und arbeiten daran die eigenen Ideen weiterzuentwickeln und andere Schüler*innen von ihren Vorhaben zu begeistern. Dabei erhält jede Schule Projektgelder in Höhe von bis zu 2.000 €, um die Ideen zu verwirklichen. Wir werden jede Schule in dem Prozess begleiten und unterstützen und freuen uns sehr auf den gemeinsamen Weg und die Umsetzung der vielfältigen Projektideen.
Text: Lavinia Bauer, Janina Löwe