Warum wir das Gendersternchen verwenden

Lesedauer: 2 Minuten

Die Art und Weise, wie wir Sprache gebrauchen, beeinflusst unser Bewusstsein und Denken. Sie erzeugt bestimmte Bilder in unseren Köpfen, die wiederum unseren Sprachgebrauch beeinflussen und somit auch unser Verhalten.



Wie wir etwas wahrnehmen, uns vorstellen oder bewusst machen, übermitteln wir durch die Sprache. Dies schließt auch die Dinge ein, die wir nicht wahrnehmen und deshalb nicht kommunizieren. Hierbei spielt Macht eine große Rolle, da die Sprache widerspiegelt, wer wahrgenommen und damit sichtbar ist und wer eben nicht.

Studien belegen, dass die ausschließliche Benutzung der männlichen Sprachform dazu führt, dass Frauen gedanklich ausgeschlossen werden (z.B. Braun, Sczesny und Stahlberg, 2002), was bei neutralen oder geschlechtergerechten Formulierungen weit weniger der Fall ist.

Es gibt viele Möglichkeiten, Sprache gerecht und gleichstellungsorientiert zu gestalten. Wir haben uns für die Form des Gendersternchens* entschieden. Das Sternchen stammt aus der Computersprache, wo es eine platzhaltende Funktion hat und für eine beliebige Anzahl von Zeichen steht, also anzeigt, dass dort Platz für andere Zeichen ist und so ermöglicht, auch die Menschen zu benennen, die sich in der binären Geschlechterordnung nicht wiederfinden.

Wir sind der Meinung, dass Sprache nicht statisch ist, sie ist immer Ergebnis eines dynamischen, flexiblen Entwicklungs- und Aushandlungsprozesses, durch die neue Formen geschaffen werden, die es uns ermöglichen, realitätsnah und gerecht mit Sprache und Macht umzugehen.