Im Rahmen des von Bingo! und der Prof.-Nowak-Stiftung geförderten Projekts Ocean Youngsters fand vom 19. bis 21. März in Nordfriesland das zweite von drei Meermachcamps statt. Im Camp auf der Ebbüllwarft erlebten 20 junge Meeresfans aus der 6. - 9. Klasse Meeresschutz zum Mitmachen und entwickelten eigene Projekte für die Zukunft des Ozeans an ihren Schulen. Dabei durfte eine Wattwanderung mit nassen Füßen natürlich nicht fehlen! Am Ende des Camps wurden die 20 Jugendlichen als Meeresbotschafter*innen ihrer jeweiligen Schulen ausgezeichnet und setzen fortan ihre Projektideen dort um.
Partnerschulen in diesem Camp waren das Thor-Heyerdahl-Gymnasium Kiel, die Lernwerft Kiel und das Friedrich-Schiller-Gymnasium Preetz. Diese Schulen haben sich dazu entschlossen, sich mehr für den Meeresschutz einzusetzen und unterstützen ihre Meermacher*innen dabei, das Thema im Schulalltag zu verankern.
Kennenlernen, Teamwork und erste Einblicke in den Meeresschutz
Der erste Tag begann nach der Ankunft mit viel Spaß und Spiel zum gegenseitigen Kennenlernen und Teambuilding. Die Kieler Forschungswerkstatt brachte den Teilnehmenden im Kontext des Citizen Science Projekts “Plastik Piraten” anschließend das Thema Müllverschmutzung aus wissenschaftlicher Sicht näher. Gemeinsam stellten wir uns auch eine Welt ganz ohne Plastik vor. Wie würde das wohl aussehen? Beim Film “Unsere Meere – Naturwunder Ostsee” ließen wir den Tag gemeinsam ausklingen.
Ein intensiver Workshoptag rund um das Meer
Tag 2 war prall gefüllt von Aktivitäten und Workshops. Früh starteten wir mit einer geführten Wattwanderung, bei der wir viele Meeresorganismen entdeckten und eindrücklich erlebten, wie schnell das Wasser bei Flut zurückkehrt. Nach dem Mittag ging es weiter mit einem informativen Vortrag über das Meer und den aktuellen Zustand der Nord- und Ostsee: Wie nutzt der Mensch eigentlich das Meer? Und welche Auswirkungen hat das auf den Zustand der Meere? Am Nachmittag teilte sich die Gruppe auf: eine Gruppe lief an den Deich und widmete sich dem Thema Meere auf eine kreative Art, dem Nature Writing, geleitet von Kulturvermittlerin HannaH Rau; die andere Gruppe verblieb im Haus und näherte sich interaktiv dem Thema Fischkonsum und vegetarischem Seafood: Warum essen wir Fisch, welche Fangmethoden gibt es und auch welche vegane oder vegetarische Alternativen gibt es auf dem Markt? Danach lernten die Jugendlichen das Format Podcast kennen und probierten sich am Mikrofon aus.
Als die Gruppe wieder vereint war, ging es weiter mit einem Seegras-Workshop: Was ist Seegras, welche Eigenschaften hat es, wenn es einmal an Land gespült worden ist? Wir beendeten den Tag wieder kreativ und stellten unsere eigenen, individuellen Seegraskissen mit dem Startup Meergut her.
Vom Wissen zur eigenen Projektidee
Am letzten Tag stand alles unter dem Motto “Schritt für Schritt zum eigenen Meeresprojekt”. Zunächst sammelten wir Inspiration von den bereits erfolgreich existierenden Projekten “Living Seawalls” und “Das Meer finden – ein kollaboratives Hörspiel”. Anschließend wurden mit unterschiedlichen Methoden eigene Projektideen entwickelt und sogar kleine Videopitches gedreht.
Ein besonderes Highlight zum Abschluss des Camps war die MeerMach-Toolbox, welche die Teilnehmenden als Startpaket für ihre zukünftige Arbeit an ihren Schulen mit nach Hause nahmen. Sie umfasst spannende Experimente, umfangreiche Informationsmaterialien, eine vielseitige Methodensammlung sowie weitere Materialien, die sie bei der Umsetzung eigener Projekte unterstützen.
Wie es nach dem Camp weitergeht
Nach dem Camp planen die Jugendlichen nun gemeinsam mit ihren Lehrkräften eigene Projekte – von Awareness-Kampagnen über Workshops bis hin zu konkreten Umweltaktionen. Jede Schule wird dabei mit bis zu 2.000 Euro gefördert. In den kommenden Wochen und Monaten besucht das Team der Ocean Youngsters die beteiligten Schulen, begleitet die Projektarbeit und unterstützt bei der Umsetzung.
Und es geht weiter: Bis Jahresende sollen rund 50 engagierte Meeresbotschafter*innen an weiterführenden Schulen in Schleswig-Holstein ausgebildet sein. Das nächste Camp im Mai ist bereits ausgebucht.