
Am Deich von Friedrichskoog: 5. von links K. Frankowska,
8. von links: A. Orankiewicz, knieend Magdalena Wida
Leon Jaworski war 12 Jahre als er 1943 zur Zwangsarbeit in die Schmiede Wendt nach Windbergen, Kreis Dithmarschen, verschleppt wurde.
Ein Jahr älter war Jan Olewczynski, der bei einer Baufirma in Heide/Holstein als Tischler eingesetzt und kurz vor der Befreiung noch für einige Wochen zur Heider Bahnmeisterei/Deutsche Reichsbahn befohlen wurde.
Antoni Korybski war "bereits" 14 Jahre und bis zu seinem 18. Lebensjahr auf dem Bauernhof von Wilhelm Vollstedt in Gudendorf.
Irena Frolowicz war auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Dithmarschen.

Die ehemaligen polnischen ZwangsarbeiterInnen mit
Begleitpersonen bei einem Besuch im Meldorfer Dom
Das Besuchsprogramm, mit den ehemaligen ZwangsarbeiterInnen rechtzeitig vorher abgesprochen, beinhaltete u.a. folgende Programmpunkte:
- Aufsuchen der ehemaligen Einsatzstellen in Heide, Garding, Tönning, Gudendorf, Windbergen
- Offizielle Empfänge durch den Dithmarscher Landrat, Dr. Jörn Klimant, den Bürgermeister in Heide, Olaf Stecher und den Bürgermeister in Gudendorf, Jens Thomsen
- Begegnungen mit deutschen ZeitzeugInnen in den Orten Heide, Gudendorf und Garding
- Öffentliche Veranstaltungen, auf denen die ehemaligen ZwangsarbeiterInnen berichteten in Heide und Windbergen
- Veranstaltungen mit jungen Menschen in der Meldorfer Gelehrtenschule und dem Schulzentrum Heide-Ost (mit anschließender, 90minütiger Ausstrahlung durch den OK Westküste in Heide)
- Berichte vor den HauptkonfirmandInnen der Kirchengemeinden Windbergen/Gudendorf und Barlt
- Aktive Teilnahme an einem Gottesdienst in der Kirche zum Heiligen Kreuz, Gudendorf
- Frühstücksgespräch mit dem Dithmarscher Propst, Jörn Engler
- Besuch der Gedenkstätte in Gudendorf
- Gedenken an den Gräbern von ZwangsarbeiterInnen in Barlt und auf dem Südfriedhof in Heide
- Gespräche mit dem Vorstand des Vereins für Dithmarscher Landeskunde in Meldorf
- Daneben gab es touristische Programmpunkte (Seehundaufzuchtstation in Friedrichskoog, Spaziergänge an der Nordsee, Eidersperrwerk u.v.a.m.

Am Grab von Boleslaw Frankowski, einem Neffen
aus der Familie ihres Mannes, von dessen Tod als
Zwangsarbeiter sie zwar wusste, aber nicht von
dessen Grab auf dem Heider Südfriedhof, auf das
sie völlig nvorbereitet stieß.
Durchgeführt wurde der Besuch der ehemaligen ZwangsarbeiterInnen von der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein in Kiel, dem Verein für Dithmarscher Landeskunde e.V., dem AK Widerstand und Verfolgung im nationalsozialistischen Dithmarschen in Kooperation mit der Stiftung "Polnisch-Deutsche Aussöhnung" in Warschau und mit Unterstützung durch den Fonds "Erinnerung und Zukunft" der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" in Berlin.

v. links: Georg Gerchen vom AK Widerstand und
Verfolgung im nationalsozialistischen Dithmarschen,
Magdalena Wida und Dr. Dietrich Stein vom Verein
für Dithmarscher Landeskunde in der Kirche zum
Heiligen Kreuz in Gudendorf
Unterstützung gab es durch den Kreisverband Dithmarschen von Bündnis 90/Die Grünen, der GEW in Heide, dem DGB in Heide, der Gemeinde Gudendorf, der Kirchengemeinde Gudendorf-Windbergen sowie der Spedition Thomsen in Gudendorf.

K. Frankowska mit anderen beim Krabbenpuhlen
Bei der Projektdurchführung halfen u.a. Superintendent a. D. Klaus Looft, Frau Looft, Sönke Sönksen aus Barlt, Silke Schmidt aus Schalkholz, Martina Stein aus Gudendorf, Brigitte und Günter Kleemann aus Marne und viele andere mehr.

Der Dithmarscher Landrat Dr. Jörn Klimant mit den
polnischen Gästen nach dem Empfang im Kreishaus
Magdalena Wida, Pressesprecherin der Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung in Warschau, übernahm zusätzlich zur Betreuung der polnischen Gäste fast die gesamte Übersetzungs-/Dolmetscherarbeit