Startseite

Dynamik des Rassismus (Ruben Reid)

Auf die in hoher Zahl nach Deutschland gekommenen Geflüchteten folgte neben einem hohen Maß an solidarischem ehrenamtlichen Engagement auch eine massive Eskalation rassistischer Gewalt, die sich in bundesweiten Protesten und Übergriffen auf (Erstaufnahme)Unterkünfte entlud. Diesem nach wie vor hochaktuellen Thema hat sich Ruben Reid in seiner im März 2016 geschriebenen Bachelorarbeit gewidmet, welche wir hier veröffentlichen wollen, da das Thema in Zeiten von weiter anwachsendem Rassismus in der bundesdeutschen Gesellschaft und stetig mehr erstarkenden rechten Kräften nicht an Brisanz verliert. Mit einem zeitlichen Abstand untersucht Ruben aus wissenschaftlicher Perspektive die im September 2014 beginnenden Proteste gegen zwei geplante Erstaufnahmeeinrichtungen für Geflüchtete in den schleswig-holsteinischen Orten Boostedt und Bornkamp. Indem er mittels medialer Berichterstattung und Verwaltungsschriften die Reaktionen und das Verhalten von Anwohner*innen sowie den Umgang der beteiligten politischen Akteur*innen analysiert, zeigt er auf, welche rassistischen Dimensionen diesen Diskursen innewohnen. und was ihre Dynamik ausmacht Außerdem wird untersucht, unter welchen Bedingungen diese Proteste Dynamiken entwickeln, die sie gegebenenfalls erfolgreich werden lassen.
Dies alles ist eingebettet in einen vorangegangenen theoretischen Teil zur Rassismusforschung, der sich ausführlich mit der Entstehung und Entwicklung von strukturellem Rassimus, insbesondere in Deutschland, und dessen Verschränkung mit Sexismus und Nationalismus auseinandersetzt.
Während es in Boostedt zwar zu rassistischer Argumentation, der Gründung von Bürger*inneninitiativen und zu Aktionen seitens der NPD kam, setzte sich aber letztlich das Motiv einer humanitären Aufgabe gegenüber Geflüchteten durch. In Bornkamp jedoch entstand eine Initiative namens „Neue Heimat Bornkamp“, durch deren rassistisch und sexistisch geführter Protest es dazu kam, dass die Erstaufnahmeeinrichtung nicht entstand.
Ruben Reids Untersuchung verdeutlicht, dass zwar mit Ängsten argumentiert wird, diese sich aber schnell als rassistische Ressentiments gegenüber Geflüchteten herausstellen und immer auch im Kontext einer restriktiven und rassistischen Gesetzeslage in Deutschland zu sehen sind.

Ruben Reid: Dynamik des Rassismus

Weiterbildungsangebote der Heinrich-Böll-Stiftung SH Herbst 2016 bis Sommer 2017

Unter dem Link finden Sie die aktuellen Weiterbildungsangebote der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein.

Mit unseren Seminaren fördern wir eine aktive und selbstbewusste Teilhabe an gesellschaftlichen und politischen Aufgaben und unterstützen die persönliche Entwicklung. Wir vermitteln praktische Schlüsselqualifikationen für die ehrenamtliche Arbeit im Verein, Beruf, Kommune oder Politik. Unsere Angebote möchten inspirieren und ermutigen sich in Gesellschaft und Politik einzumischen und sind offen für alle Interessierten.

Durch unsere flexible Preisgestaltung soll auch finanzschwachen Gruppen der Zugang zu unseren Bildungsangeboten ermöglicht werden. Deswegen erhalten u.a. Schüler*innen, Studierende und Arbeitssuchende einen Rabatt von 50% auf den Grundpreis. 
Da unsere Teilnahmebeiträge nicht kostendeckend sind, kann durch die Zahlung des Unterstützerpreises von 150 % der Grundgebühren, die kostengünstigere Teilnahme von Geringverdienenden und freiwillig Engagierten gefördert werden.

Neben unseren öffentlichen Seminaren bieten wir Ihnen auch Bestellseminare, die inhaltlich und organisatorisch direkt auf die konkreten Bedarfe von Gruppen, Organisationen oder Fraktionen zugeschnitten werden. Sprechen Sie uns bei Interesse gern an!

Unsere PolitikManagement-Seminare finden im Rahmen der bundesweiten GreenCampus-Weiterbildungsakademie statt.

Die Klimanauten – Abendgesellschaften für Ressourcenschutz in Reichweite

Mit den Klimanauten hat die Heinrich-Böll-Stiftung ein neues Format entwickelt, welches kleine Gruppen von jeweils acht Personen versammeln möchte, um sich reihum am Küchentisch zu treffen, um über Klima- und Ressourcenschutz zu sprechen und individuelle Aktionen zu verabreden.

Hierfür bekommen die TeilnehmerInnen das Klimanauten-Kursbuch mit sechs thematischen Kapiteln zur Hand: Lebensmittel, Strom & Wärme, Wasser, Müll & Ressourcen, Mobilität und Finanzen. Für jedes Thema werden fünf bis zehn konkrete Aktionen für das individuelle Handeln vorgestellt. Jeweils eine Abendgesellschaft widmet sich einem Thema. Am Ende jedes Treffens planen die TeilnehmerInnen ihre eigenen und eventuell auch gemeinsamen Aktionen zum Klima- und Ressourcenschutz und fangen sofort mit der Umsetzung an.

 

Wer Interesse hat, eine solche Gruppe in seinem Umfeld zu initiieren, kann sich gerne bei uns melden. Wir unterstützen die Gruppenfindung und auch das erste Treffen, bis die Gruppe ins Laufen kommt.

 

Nähere Infos: Flyer

 

Ansprechpartnerin: Doris Lorenz, lorenz@boell-sh.de, 0431-90 66 132

Interview mit Hannes Heer

Die erste sogenannte Wehrmachtsausstellung, die 1995 in Hamburg eröffnet wurde, legte die verbrecherische und alle bisherigen Normen sprengende Dimension des Vernichtungskrieges der deutschen Wehrmacht und die direkte Beteiligung vieler deutscher Soldaten offen. Die Ausstellung war Ausgangspunkt für innerfamiliäre Auseinandersetzungen und für eine breite und sehr kontroverse geschichtspolitische Debatte in der Bundesrepublik. Hannes Heer, ehemaliger Leiter der ersten Wehrmachtsausstellung, hat auf der Tagung „Erinnerung und Verantwortung“ der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein über die geschichtspolitische Bedeutung der Ausstellung berichtet und informiert. Jetzt hat er in einem Gespräch in der Heinrich-Böll-Stiftung Saar noch einmal eine persönliche Bilanz gezogen: Das Interview finden Sie hier: www.youtube.com/watch?v=lwGGETsKbU8

Dokumentation der Tagung „Erinnerung und Verantwortung, 31.10.2015, Kiel

Der Rückblick auf die erste Wehrmachtsausstellung 1999 in Kiel, eine Diskussion um die geschichtspolitische Würdigung der beiden Wehrmachtsausstellungen und die Debatte um die zukünftige Ausrichtung von Erinnerungsarbeit in Schleswig-Holstein haben unsere Tagung am 31. Oktober 2015 im Kieler Landtag geprägt. Sie stand unter dem Titel „Erinnerung und Verantwortung. 70 Jahre nach Kriegsende – 20 Jahre nach der ersten Wehrmachtsausstellung“. MitveranstalterInnen waren die Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte, die Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten, der Landesbeauftragte für politische Bildung und das Kino in der Pumpe in Kiel.

 

Der Offene Kanal in Kiel hat unsere Tagung aufgenommen und in seine Mediathek gestellt. Hier ist der Zugang.

Im aktuellen Newsletter der Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein hat Harald Schmid einen Artikel über die Tagung geschrieben (Seiten 37 – 40): Zum Newsletter.

 Bild: von Kai Stoltmann; von Links: Lena Gürtler, Dr. Harald Schmid, Hannes Heer

Neues Prostitutionsschutzgesetz: Hintergrundiformationen und Positionen

Am 16. November 2015 haben wir gemeinsam mit dem Frauenbüro der Stadt Lübeck eine Veranstaltung zum neuen Prostitutionsschutzgesetz durchgeführt.

Dabei ging es vor allem um die Erwartungen an das neue Gesetz und um die Frage, welche konkreten Maßnahmen Prostituierten in Lübeck helfen könnten.

Wer weitere Hintergrundinformationen zu diesem Thema haben möchte findet diese auf der Homepage des Frauenbüros der Stadt Lübeck, gleich unter dem Einladungstext.