Mit unserem Stiftungsnamen erinnern wir an das Lebenswerk des großen Schriftstellers und Nobelpreisträgers Heinrich Böll, der sich mit seinen Romanen, Erzählungen und politischen Einwürfen bis heute eine eigene Aktualität bewahrt hat.
Für Heinrich Böll war sein literarisches Arbeiten immer eine kritische Spiegelung gesellschaftlicher Verhältnissen, die Auseinandersetzung mit deutscher Vergangenheit und mit deutscher Gegenwart, die Suche nach und das kompromisslose Beziehen von eigenen Sichtweisen und Standpunkten. Diese permanente politische Intervention hat sich nicht nur in seinen literarischen Werken Bahn gebrochen; Heinrich Böll hat sie auch gelebt.
Böll war Mitglied der Gruppe 47, Mitherausgeber der Zeitschrift "Labyrinth" und Präsident den PEN-Clubs. Bölls Auseinadersetzungen mit dem konservativen Katholizismus, sein Eintreten für einen menschlichen Umgang mit den Terroristen der RAF und seine Auseinadersetzung mit den Medien, insbesondere der Bild-Zeitung in dieser Zeit, bringen dies zum Ausdruck.
Heinrich Böll hat sich nicht nur sehr kritisch auch mit den Entwicklungen in Osteuropa auseinander gesetzt, sondern verband dies auch mit konkreter Solidarität. Die sowjetischen Dissidenten Alexander Solschenizyn und Lew Kopelew waren Gäste in seinem Haus. Noch Mitte der achtziger Jahre unterstützte Böll die gegen die NATO-Nachrüstung gerichtete Friedensbewegung und nahm 1983 an Blockaden und Demonstrationen teil.
Heinrich Böll starb am 16. Juli 1985 in Köln.