DIE LINKE: "In die Bildung muss mehr investiert werden!"

Ulrich Schippels und Surya Stülpe von der Fraktion DIE LINKE beim Gespräch

Unser erstes Gespräch haben wir am 16. März mit Ulrich Schippels (MdL, Finanzpolitischer Sprecher und Parlamentarischer Geschäftsführer)  und Surya Stülpe (Referentin für Inneres und Recht) von der Fraktion DIE LINKE geführt.

Die Linke in Schleswig-Holstein diskutiert den Begriff der Bildung für Nachhaltige Entwicklung vorrangig im Kontext von Sozialabbau und globaler Ungerechtigkeit. Schippels und Stülpe sprechen von sozialer Bildung und nachhaltigem Lernen. Ihnen geht es um gesellschaftliche Entwicklung, die die globale Ungleichheit benennt und bekämpft und auch in Schleswig-Holstein die sozial Schwachen schützt und stützt. Dabei kämen Bildungsprojekten, die sich mit den aktuellen globalen Krisenphänomenen beschäftigen, eine besondere Rolle zu. Auch in Schleswig-Holstein müsse die Umverteilung von unten nach oben beendet und mit der Spar-Ideologie Schluss gemacht werden. Gerade in die Bildung solle stärker investiert werden, etwa auch in Form eines speziellen, öffentlich geförderten Bildungssektors, der die Zivilgesellschaft absichert und stärkt. Schippels: „Man muss es nur wirklich wollen, dann ist es auch ökonomisch richtig. Bildungsinvestitionen rentieren sich mit 8 %“.

Unsere GesprächspartnerInnen äußern ihre Wertschätzung für die Arbeit der Akteure in der BNE, bieten ihre Hilfe an und sehen Notwendigkeiten für eine stärkere finanzielle und ideelle Förderung dieser Bildungsarbeit. Sie weisen auch darauf hin, dass sie vielerorts von Problemen bei der Projektförderung hören und sie daher eine institutionelle Förderung oder zu mindestens langfristigere Projektförderung anstreben ohne das es dafür schon konkret realisierbare Vorstellungen gibt. Im Wahlprogramm der Linken gibt es zu BNE keine Ausführungen.

Wie die schleswig-holsteinische Landespolitik den Blick über den Tellerrand nachhaltig hinaus richten könnte, hat die Fraktion DIE LINKE mit einem Landtagsantrag (LT-Drs. 17/ 2157) zur Entwicklungspolitischen Zusammenarbeit Schleswig-Holsteins im Januar dieses Jahres schon sehr konkret benannt. Stülpe hat errechnet, dass jeder Schleswig-Holsteiner zur Zeit umgerechnet nur 7 Cent jährlich für Entwicklungszusammenarbeit ausgibt, womit Schleswig-Holstein Schlusslicht in Deutschland ist.

Der Antrag formuliert die Mitverantwortung des Landes Schleswig-Holstein bei der Erreichung der von den UN in 2000 beschlossenen Millenniumsentwicklungsziele, schlägt konkrete landespolitische Schritte vor und fordert auf Bundesebene eine deutliche Erhöhung der Entwicklungsfinanzierung. 

Für die LAG Bildung für Nachhaltigkeit SH haben Martin Weber, Mathes Reigardt und Nico Flemming das Gespräch geführt.

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