Digitale Bildungsreise: Images of Georgien

Präsidentschaftswahl, Tbilisi, 2013

Auch wenn wir die für diesen Mai geplante Bildungsreise nach Georgien Corona-bedingt nicht durchführen können, wollen wir den Angemeldeten und allen anderen Interessierten am 27. und 28. Mai trotzdem die Chance bieten, sich mit dem kleinen Land im Südkaukasus zu beschäftigen.

Warum Georgien? Es ist zur Zeit das Musterbeispiel der Östlichen Partnerschaft der EU. Kein Land aus diesem Kreis (Ukraine, Moldau, Georgien, Belarus, Armenien und Aserbaidschan) hat die Reformen zur Annäherung an die EU zielstrebiger umgesetzt und den Austausch – besonders mit Deutschland – voran getrieben. Der Tourismus hat sich zu einer starken Säule für die Wirtschaft, aber auch für die Gesellschaft entwickelt. Daher denken wir, dass unsere Partner*innen in Georgien gerade jetzt auch unsere Aufmerksamkeit verdienen.

Georgien wird gern als "Balkon Europas" bezeichnet mit gutem Ausblick auf wunderschöne, vielfältige Landschaften und einem genussvollen Lebensstil. Georgien hat als ehemalige Sowjetrepublik in den letzten Jahren mehrere Brüche erlebt. Die Rosenrevolution 2003 brachte Micheil Saakaschwili an die Macht und die Verwaltung wurde modernisiert und verjüngt. Ein klarer proeuropäischer Kurs wurde eingeschlagen, der bis heute anhält. Etwa 60% der Bevölkerung hält 2019 eine Eingliederung ihres Landes in die EU für eine gute Idee. Von allen Ländern der östlichen Partner*innenschaft ist das Vertrauen in die EU in Georgien am höchsten.

Außenpolitisch ist das Verhältnis zu Russland besonders nach dem Krieg 2008 schwierig. Die abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien werden seitdem von Russland anerkannt und weiter "integriert". Das Vertrauen unter den verschiedenen Volksgruppen hat stark gelitten. In Adscharien gibt es Tendenzen der Islamisierung und stärkerer Autonomie. Nach dem Krieg 2008 musste das kleine Land mit knapp 4 Mio. Einwohner*innen 250.000 Binnenflüchtende aufnehmen.

 

Digitale Bildungreise

An zwei Nachmittagen möchten wir das Land mit Referent*innen aus Georgien von verschiedenen Seiten beleuchten: In Form von Bildern wollen wir die landschaftliche Vielfalt darstellen und in Gesprächen zur Geschichte und Kultur die besonderen Merkmale verdeutlichen. Gespräche zur Politik und Gesellschaft werden aktuelle Debatten und Herausforderungen verständlich machen. In den letzten Jahren hat sich Georgien vor allem als Touristenmagnet und mit Literatur einen Namen gemacht. In Form einer Lesung werden wir auch auf den Literaturstandort (2018 war Georgien Partnerland der Frankfurter Buchmesse) eingehen.

Wir freuen uns auf viele Gäste und interessante Einblicke in Gesprächen und Bildern.

 

Programm: Digitale Bildungsreise

Mittwoch, 27. Mai, 16-18 Uhr

1. Session: Einführung, Kulturgeschichte und Politik

  • Bildervortrag zu Georgien mit der Kulturmanagerin und Orientalistin Tamuna Gurchiani
  • Gespräch zur Arbeit der Böll-Stiftung im Südkaukasus mit dem Büroleiter Stefan Meister: Themen, Hintergrund und politischer Kontext
  • Vortrag zur aktuellen politischen Lage von Khatuna Samnidze (Republikanische Partei, englisch)

Donnerstag, 28. Mai, 16-18 Uhr

2. Session: Georgien aktuell

  • Gespräch mit Rusudan Gotsiridze, Bischöfin der baptistischen Gemeinde (englisch): Kirche und Corona, Frauen in der Kirche
  • Gespräch und Lesung mit der Schriftstellerin und Übersetzerin Ana Samadashwili (deutsch) zur Rolle der Zivilgesellschaft in der jungen Demokratie und das Besondere der Literatur in Georgien
  • Moderation: Julian Gröger und Tamuna Gurchiani

 

Teilnahme & Voraussetzungen

Reisen bildet und somit sind unsere Bildungsreisen ein wichtiger Bestandteil der politischen Bildungsarbeit. Wir wollen auch unser Bild von den Herausforderungen und Chancen in diesen Regionen schärfen und unsere Netzwerke pflegen.

Ein wichtiges Anliegen ist uns auch der Gruppenprozess innerhalb der "Reisegruppe". In der digitalen Version nutzen wir das Videokonferenzprogramm Zoom, sodass alle Teilnehmenden interaktiv diskutieren und sich austauschen können. Wir bitten darum, an beiden Reiseterminen teilzunehmen, damit eine feste Reisegruppe entstehen kann.

Ein stabiler Internetzugang ist deshalb erforderlich, Kamera und Mikrofon können die Erfahrung zusätzliche aufwerten.

Neugierig? Sofort und bis zum 24. Mai per Mail anmelden an: veranstaltung@boell-sh.de

Nach der Anmeldung senden wir Ihnen Informationen zur Einwahl und zum Ablauf zu.

Wir erheben keine Teilnahmegebühr und bitten stattdessen um eine Spende, die wir an die Moderator*innen und Referent*innen weiterleiten. Diese haben aufgrund der aktuellen Situation Umsatzeinbußen. Gerne möchten wir eine finanzielle Unterstützung leisten.